Autoren / Authors
Pankaj Mishra (Indien), Juni 2010
Aufenthalt: 1. bis 30. Juni 2010
Der Schriftsteller wurde 1969 im nordindischen Jhansi geboren und wuchs in Uttar Pradesh auf. Heute lebt er in London und Indien. 1995 veröffentlichte er das Sachbuch „Butter Chicken in Ludhiana: Travels in Small Town India“ (Ü: „Butterhühnchen in Ludhiana: Reisen im kleinstädtischen Indien“), ein Reisebericht über die Veränderungen Indiens im Kontext der Globalisierung. Sein Debütroman „The Romantics“ erlangte internationale Aufmerksamkeit, wurde in elf Sprachen übersetzt und gewann den Art Seidenbaum Award der Los Angeles Times für ein Erstlingswerk. In Deutschland erschien der Roman zunächst unter dem Titel „Benares oder Eine Erziehung des Herzens“ (2001; Karl Blessing Verlag). Im Dezember 2007 wurde er vom Suhrkamp Verlag unter der naheliegenderen Übersetzung „Die Romantischen“ wieder neu aufgelegt. 2004 erschien Mishras Buch „An End to Suffering: The Buddha in the World“ (dt. „Unterwegs zum Buddha: Sein Leben, seine Lehre, seine Wirkung.“ Blessing, München, 2005), ein Versuch des Autors, die Relevanz Buddhas in der modernen Welt zu ergründen. Auf Englisch erschien 2006 „Temptations of the West: How to be Modern in India, Pakistan and Beyond“ (Farrar, Straus and Giroux, New York). Im selben Jahr hielt er auf der Biennale in Bonn den Eröffnungsvortrag: „Der neue Orientalismus. Der Blick des Westens auf Indien im Zeitalter der Globalisierung“. Seit 1998 schreibt Pankaj Mishra regelmäßig als politischer Kommentator und Buchrezensent für internationale englischsprachige Zeitungen und Magazine wie „The Times Literary Supplement“, „The New York Times“, „The Guardian“ und „New Statesman“
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Bei Dao (China), Mai 2010
Aufenthalt: 30. April bis 2. Juni 2010
Bei Dao (übersetzt: „Insel im Norden“) wurde 1949 als Zhao Zhenkai in Peking geboren. Zusammen mit dem Lyriker Mang Ke gründete er während des Pekinger Frühlings (1978‑80) die literarische Untergrundzeitschrift „Jintian“. In den 1970er- und 1980er-Jahren galt Bei Dao als einer der bekanntesten Vertreter einer jungen Generation von Lyrikern, deren Texte als „obskure Lyrik“ tituliert wurden. Die von der westlichen Moderne beeinflussten Gedichte sind von hoher Symbolhaftigkeit und gerade in ihrer scheinbaren unpolitischen Thematik hochgradig politisch. Im Februar 1998 war er einer der Mitunterzeichner des von Fang Lizhi verfassten Briefes mit der Forderung nach der Freilassung des Dissidenten Wei Jingsheng. Der Brief war Mitauslöser breiter Proteste in China. Zur Zeit des Tian’anmen-Massakers, mit dem das chinesische Militär am 3. und 4. Juni 1989 gewaltsam die Proteste der Bevölkerung niederschlug, war Bei Dao Gast des DAAD in Berlin. Da man ihm die Rückkehr nach China verweigerte, lebte er danach im Exil in England, Dänemark und den USA. Zurzeit ist er Dozent an der Chinesischen Universität Hong Kong. Neben seinem lyrischen Werk veröffentlichte Bei Dao Kurzgeschichten und Essays. Im März 2009 erschien beim Hanser Verlag die von Wolfgang Kubin herausgegebene und übersetzte Gedichtsammlung „Das Buch der Niederlage“. Die als Exilliteratur in den USA entstandenen Gedichte sind Bestandsaufnahme und Rückblick – die zerstobenen Illusionen eines Dichters, der von einer anderen, besseren Welt geträumt hat.
Bei Dao (China), May 2010 (en)
Residency: April 30th to June 2nd, 2010
Bei Dao (translation: “Island in the North”) was born in 1949 in Zhao Zhenkai in Beijing. Togehter with the poet Mang Ke he founded the literary underground magazine “Jintian” during the “Beijing Spring” (1978-80). In the 1970s and 1980s, Bei Dao was considered to be one of the best known representatives of a young generation of poets, whose works were named “obscure poetry”. The poems were influenced by the Western Modernists and are highly symbolic. In spite of their seemingly unpolitical topoi they were indeed highly political. In February 1998, Bei Dao was one of the co-signers of the letter written by Fang Lizhi, which demanded the release of the dissident Wei Jingsheng. The letter was one of the triggers to commence widespread protests in China. At the time of the Tian’anmen Massacre, where the Chinese military suppressed the protests on June 3rd and 4th, 1989, Bei Dao was a guest of the DAAD in Berlin. As his return to China was prohibited by the government, he continued to live in exile in Great Britain, Denmark and the USA. Currently, he is a lecturer at the University of China in Hong Kong. In addition to his poetry, Bei Dao has published short stories and essays. In March 2009, the collection of poems “Das Buch der Niederlage” (translation: the book of defeat) was published by Hanser Verlag, translated and edited by Wolfgang Kubin. The poems had been written during Bei Daos time of exile in the USA. A resumee and retrospect, they are the destroyed illusion of a poet who had dreamed of another, a better world.
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László Darvasi (Ungarn), März/April 2010
Aufenthalt: 24. März bis 20. April 2010
László Darvasi gilt “als der interessanteste Schriftsteller seiner Generation in Ungarn” (FAZ, 14.10.2006). Der ungarische Autor wurde 1962 in Törökszentmiklos in der Nähe von Budapest geboren. Nach Abschluss seines Studiums an der Pädagogischen Akademie in Szeged 1986 unterrichtete Davarsi bis 1989 im Grundschulbereich. Seine ersten Schritte als Autor unternahm er als Journalist bei einer Szegeder Tageszeitung. 1990 gründete er mit Kollegen die Literaturzeitschrift Pompeji, seit 1993 ist er Redakteur der anerkannten Budapester Literaturzeitschrift Élet és Irodalom (Leben und Literatur). Seine journalistischen Themen sind Fußball, Fernseh-Kritik und Feuilletons. 1991 kam Darvasis erster Gedichtband heraus, seither hat er in dichter Folge Erzählungen, Novellen, Comics und den Roman “Die Legende von den Tränengauklern” (1999, auf Deutsch 2001) veröffentlicht. Roman und Übersetzung wurden mit dem „Brücke Berlin“-Preis geehrt. 2006 erschienen im Suhrkamp Verlag gleich zwei seiner Bücher: ”Wenn ein Mittelstürmer träumt”, eine Sammlung von witzigen, verblüffenden, manchmal auch rätselhaften Texten über den Fußball, sowie die Novellensammlung ”Herr Stern”, über die die FAZ schreibt: “Die Novellen, die Darvasi in diesem Band versammelt, fragen fortwährend nach dem Ursprung des Bösen und kleiden die verschiedenen Antworten in rätselhafte Bilder, die einen lange beschäftigen” (14.10.2006).
Für sein literarisches Werk erhielt László Darvasi mehrere Auszeichnungen, u.a. ein Stipendium des Künstlerhauses Wiepersdorf, das Literaturstipendium der Stadt Graz, ein Stipendium des Berliner Künstlerprogramms des DAAD und den ungarischen Milán-Füst-Preis. Heute lebt Darvasi als freier Autor in Budapest.
László Darvasi (Hungary), March/April 2010 (en)
Residency: March 23rd to April 20th, 2010-03-15
László Darvasi is said to be „the most interesting writer of his generation in Hungary” (FAZ, 14.10.2006). The Hungarian author was born in 1962 in Törökszentmiklos close to Budapest. After graduating from the Academy for Pedagocy in Szeged in 1986, Darvasi worked as an elementary school teacher until 1989. He took his first steps in writing as a journalist for a Szeged daily newspaper. 1990, he founded the literature magazine Pompeji together with colleagues. Since 1993 he has been working for the well known literature journal Élet és Irodalom (Live and Literature). As a journalist he writes about soccer, the media and for feuilletons. After publishing his first selection of poetry in 1991, Darvasi has published numerous short stories, novellas, comics and in 1999 the novel “A könnymutatványosok legendája“ (The Legend of The Tear-Grifters). The novel and its German translation received the “Brücke Berlin” award. In 2006, two books were published at the German Suhrkamp publishing house: ”Wenn ein Mittelstürmer träumt”, a collection of funny, surprising and sometimes enigmatic texts about soccer, and the collection of novellas “Herr Stern”.
For his literary works, László Darvasi received several awards, among them a scholarship of the Künstlerhaus Wiepersdorf, the literary scholarship of the city of Graz, a scholarship of the Berlin artists program of the DAAD and the Hungarian Milán Füst award.
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Samuel Shimon (GB/Irak) – Februar 2010
Samuel Shimon wurde 1956 in Al-Habbaniya im Irak geboren. 1979 verließ er den Irak. Nach Stationen in Beirut und Paris siedelte 1996 nach London über und war Mitbegründer der englischsprachigen Zeitschrift für arabische Literatur »Banipal«. 2003 gründete er außerdem das arabische Online-Kulturjournal »Kikah« (www.kikah.com). Samuel Shimons Kurzgeschichten und Gedichte wurden in verschiedenen arabischen Zeitungen veröffentlicht. Sein erster Roman »An Iraqi in Paris« ( Ein Iraker in Paris ) erschien 2005 bei Banipal books in englischer Übersetzung und im Al-Kamel Verlag auf Arabisch. Das Werk ist stark autobiografisch gefärbt und berichtet vom abenteuerlichen Leben des Autors, der mit 24 Jahren einem Traum vom Hollywood-Kino folgend seinem Heimatland den Rücken kehrte.
Samuel Shimon (GB/Irak) – February 2010 (en)
Samuel Shimon was born into an Assyrian family in 1956 in Al-Habbaniyah, Iraq. He left Iraq in 1979 to go to Hollywood and become a film-maker, and got as far as Damascus, Amman, Beirut, Nicosia, Cairo and Tunis. In 1985 he settled in Paris, where he started the small press Gilgamesh Editions. In 1996 he moved to London, where he has lived ever since.
In 1998 he co-founded Banipal magazine, and is currently its Deputy Editor. In 2000, he and Margaret Obank (co-founder and editor of Banipal) edited A Crack in the Wall, poems by sixty contemporary Arab poets. He has published two collection of poetry in Arabic, in 1987 and 1995.
His autobiographical novel An Iraqi in Paris was published in Arabic in 2005 (Al-Kamel Verlag) and become a best-seller in the Arab world. In 2009 the well-known Cairo publishing house Dar El Shorouk published an Egyptian edition that immediately become a best-seller there, with three further editions being published in less than a year. A Moroccan edition of the novel has also been published in Casablanca by Dar Toubkal. An Iraqi in Paris has been published in English, French and Swedish editions.
Samuel is the founder editor of the most popular literary website in Arabic www.kikah.com. A profile in the Frankfurter Allgemeine Zeitung in 2003 described him as “the Initiator” and “a tireless missionary for literary matters”.
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Artur Becker (Deutschland/Polen) – Januar 2010
Artur Becker wurde 1968 als Sohn deutsch-polnischer Eltern in Bartoszyce (Masuren) geboren und lebt seit 1985 in Deutschland. 1989 wechselte er die Sprache und schreibt bis heute ausschließlich auf Deutsch Romane, Erzählungen, Gedichte und Aufsätze. Er schreibt regelmäßig für die Frankfurter Rundschau, den Rheinischen Merkur und anderen Zeitungen. Seine bekanntesten Werke sind „Der Dadajsee“ (1997), in dem die Rückkehr eines polnischen Gastarbeiters aus Deutschland geschildert wird und die Novelle „Die Zeit der Stinte“ (2006), in der sich ein Spätaussiedler deutsch-polnischer Abstammung auf Spurensuche eines Mordes begibt, den drei KZ-Häftlinge an einem Kommandanten eines Außenlagers des KZ Stutthof gegen Kriegsende begangen hatten. Der Autor hat zahlreiche Preise und Stipendien erhalten, darunter das Casa-Baldi-Stipendium der Deutschen Akademie in Rom und des Kulturstaatsministeriums in Berlin, sowie 2009 den Adelbert-von-Chamisso-Preis für sein bisheriges Lebenswerk. Artur Becker ist unter anderem auch als Übersetzer tätig und wohnt in Verden an der Aller. Derzeit arbeitet er an dem Roman „Der Lippenstift meiner Mutter“, der im Herbst 2010 bei weissbooks.w erscheinen wird.
Artur Becker (Germany/Poland) – January 2010
Artur Becker was born in 1968 as the son of his German-Polish parents in Bartoszyce. Since 1985 he has been living in Germany. 1989 he changed his writing language and has been writing novels, short stories, essays and poems exclusively in German ever since. He regularly writes for several German newspapers. His most famous works are the novel “Der Dadajsee” (1997), in which he describes the return of a Polish foreign worker from Germany, and the novel “Die Zeit der Stinte” (2006), in which a German resettler from Poland is searching for the traces of the murder of a concentration camp commander, which has been committed by three concentration camp prisoners. The author has received several awards and scholarships, among them the Casa-Baldi-Scholarship of the German Academy in Rome and the Berlin Ministry for Culture, as well as the Adelbert-von-Chamisso Award (2009). Artur Becker also works as a translator and lives in Verden an der Aller. He is currently working on the novel “Der Lippenstift meiner Mutter” (“My mothers lipstick”), which will be published in fall 2010 at weissbooks.w
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Yang Lian (China) - Dezember 2009
Yang Lian wurde 1955 als Sohn chinesischer Diplomaten im schweizerischen Bern geboren und verbrachte seine Kindheit in Peking. 1974 wurde er, wie alle Jugendlichen seiner Generation in China, zur „Umerziehung durch die Bauern“ aufs Land geschickt und begann zu diesem Zeitpunkt mit dem Schreiben. Nur drei Jahre später arbeitete er beim staatlichen Rundfunk als Programmgestalter und Redakteur. Zurückgekehrt nach Peking schrieb Yang Lian in der Zeit des „Pekinger Frühlings“ (1978 bis 1980) für die literarische Untergrundzeitschrift „Jintian“ und veröffentlichte dort erste „modernistische“ Gedichte. Während ausgedehnter Reisen in den Folgejahren wandelte der junge Autor Yang Lian auf den Spuren der Geschichte Chinas und verfasste seine großen lyrischen Werke, darunter das Langgedicht „Nuorilang“, das 1983 im Rahmen der Kampagne „gegen geistige Verschmutzung“ von der chinesischen Regierung scharf kritisiert wurde. Bis Ende der 80er Jahre arbeitete er an seinem umfangreichsten Gedichtzyklus „Yi“, das mit etwa 200 Seiten in seiner inneren Struktur an das Buch der Wandlung „ I Ging“, ca. 2800 v. Chr., anknüpft. Neben Europa bereiste Yang Lian bis Ende der 80er Jahre, Australien und Neuseeland, wo ihn 1989 die Nachricht vom Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens erreichte. Seitdem lebt der Dichter im Exil. Neben verschiedenen Stationen im westlichen Ausland kam er 1991 auch nach Berlin. 1997 nahm er an der „documenta“ in Kassel teil und erhielt 1999 in Italien den Flaiano International Prize for Poetry. Seine Werke wurden in mehr als 20 Sprachen übersetzt. Heute ist Yang neuseeländischer Staatsbürger und lebt in London.
Yang Lian (China) - December 2009 (en)
Yang Lian was born in 1955 as the son of Chinese diplomats in Bern, Switzerland, and grew up in Beijing. In 1974, he was sent to the countryside for his “re-education through the farmers” like all youths of his generation. At this time he started writing. Only three years later, he worked for the state broadcasting station as programmer and editor. On his return to Beijing, Yiang Lian became a member of one of the first groups of young “underground” poets, who published the literary magazine Jintian. He also started publishing his first “modernist” poems. During extended trips in the following years, the young author followed the trails of the Chinese history and wrote his well-known poems. One of them, the epic “Nuorilang” was criticized by the Chinese government during the “Anti-Spiritual Pollution” movement in 1983. Until the late eighties, he worked on his most extensive sequence of poems “Yi”. Yang Lian was invited to visit Australia and New Zealand in 1988 and became a poet in exile after the Tian’anmen massacre. Since that time, he has continued to write and speak out as a highly individual voice in the world of literature, politics and culture. His work has been translated into more than twenty languages. His thoughtful and inspired works have been called “one of the most representative voices of Chinese literature”. Yang Lian has been living in London since 1997.
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László Végel (Serbien) – November/Dezember 2009
Vom 1. November bis 15. Dezember residiert László Végel im LiteraturRaum im Bleibtreu Berlin. Végel, geboren 1941, lebt in Novi Sad. Als Angehöriger der ungarischen Minderheit in Serbien ist er wie Danilo Ki, Aleksandar Tima oder Ottó Tolnai einer der großen Autoren der Wojwodina. Seinen ersten Roman veröffentlichte Végel 1967: Die “Memoiren eines Zuhälters” waren, so Péter Esterházy, “ein Meilenstein für die moderne ungarische Literatur”. Seitdem erschienen mehrere Romane und mit den Preisen bedachte Essaybände sowie Theaterstücke. Voraussichtlich im Januar 2010 erscheint beim Suhrkamp Verlag “Novi Sad. Eine Stadt am Rande Europas”. Novi Sad an der Donau, Hauptstadt der serbischen Provinz Vojvodina, ist heute ein Menetekel der europäischen Politik. Wo wenn nicht hier, an der Grenze zwischen Mitteleuropa und dem Balkan, wo einst Deutsche, Ungarn, Juden, Serben, Rumänen, Slowaken und andere zusammenlebten, hätte die »glückliche Begegnung des vielfachen Anderseins« Wirklichkeit werden können? Und wo kann man die Verkehrung dieser Utopie in ethnischen Haß, Vertreibung und Mordaktion besser studieren als hier? László Végel erzählt am Beispiel seiner Famile von den Dramen, die sich in diesem europäischen Randgebiet abspielten. Als Angehöriger der ungarischen Mindeheit in Serbien ist er zum kritischen Intellektuellen prädestiniert. Seine Diagnose gilt auch für andere Nationalstaaten der postkommunistischen Ära: Unreife Staaten dulden keine ungewissen Identitäten.
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Elsa Osorio (Argentinien) - Oktober 2009
Nach Robert Gray wohnte Elsa Osorio aus Argentinien im LiteraturRaum wohnen und arbeiten. Die 1952 in Buenos Aires geborene Schrifstellerin verließ 1994 Argentinien, nicht zuletzt, weil sie mit der Aufarbeitung der Verbrechen der Militärdiktatur unter Präsident Carlos Menem nicht einverstanden war. Die zeitgenössische argentinische Geschichte steht auch im Mittelpunkt ihres Werkes.
International bekannt wurde sie mit ihrem sechsten Roman, »A veinte años, Luz« (1998; dt. »Mein Name ist Luz«, 2000). Er trug ihr den Literaturpreis von Amnesty International ein, wurde in mehr als fünfzehn Sprachen übersetzt und in 23 Ländern veröffentlicht – lediglich in Argentinien fand sich zunächst kein Verleger. Der Roman behandelt ein düsteres Kapitel der Militärdiktatur. Er erzählt vom Schicksal und der Identitätssuche einer jungen Frau, die als Kind von Gegnern der Junta in Gefangenschaft geboren, von ihrer Mutter getrennt und einer regimetreuen Offiziersfamilie übergeben worden war.
In ihrem letzten Roman, »Cielo de tango« (2006; dt. »Im Himmel Tango«, 2007), behandelt Elsa Osorio den Tango und verbindet Historie mit Fiktion. Er spielt auf mehreren zeitlichen Ebenen und erzählt von zwei Familien unterschiedlicher sozialer Klassen, die vom Beginn des Aufstiegs Argentiniens um 1880 bis heute der Tango verbindet.
Elsa Osorio lebt seit 2006 wieder hauptsächlich in Buenos Aires und hält dort seit kurzem Literatur-Workshops ab. Derzeit arbeitet sie an einem Band mit Erzählungen und einem neuen Roman.
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Robert Gray (Australien) - September 2009 (de)
Als erster Autor zog der Lyriker Robert Gray am 8. September ins Bleibtreu Berlin. Der 1945 im australischen Port Macquarie geborene Autor gab sein dichterisches Debüt mit Introspect, Retrospect im Jahr 1970, doch erst mit seiner zweiten Publikation „Creekwater Journal“ gelang ihm der Durchbruch. Gray gilt als herausragender Landschaftsdichter und bedeutendster australischer Dichter neben Les Murray.
Der Erfolg seiner Werke, darunter die Titel „Grass Script“ (1979), „The Skylight“ (1984), „Piano“ (1988) und „Certain Things“ (1993), bescherte ihm Gastdozenturen an diversen australischen Universitäten sowie an der Meiji-Universität von Tokio.
Überzeugt, dass das Schreiben „unser Leben in einer reiferen, reicheren Form wiedergibt“, bebildert er Momente des Wandels und schildert präzise seelische Zustände, ohne je in Sentimentalität oder Pathos abzugleiten. Robert Gray hat alle wichtigen australischen Poesie-Preise gewonnen und lebt heute in Sydney.
Robert Gray (Australia) - September 2009 (en)
The lyricist Robert Gray was born 1945 in Port Macquaria, Australia. At the age of seven, he was diagnosed with a presumably lethal heart defect by doctors. As a consequence of the diagnose and thinking he would have to die very young, he broke up school and concentrated on writing. Later on the diagnose came out as a failure. When Gray turned 18, he moved to Sydney. In the beginning, he earned his living by doing jobs in the advertisement branch and selling books. His poetic debut “Introspect, Retrospect” was published in 1970.
But only with his second publication “Creekwater Journal” he celebrated his breakthrough. With the success of his following works like “Grass Script” (1979), “The Skylight” (1984), “Piano” (1988) and “Certain Things” became a guest lecturer at several Australian Universities and at the Meiji-University of Tokyo.
Gray is known as an outstanding poet for his writings about landscape and he is one of the most significant writers in Australia besides Les Murray. Convinced that the writing expresses “our life in a more mature, richer way” he picturizes moments of change and speaks concisely about mental conditions without falling in sentimentality or emotionalism. Robert Gray has won all important Australian poem-prizes. He currently lives in Sydney.


