László Végel (Serbien), November/Dezember 2009
Aufenthalt: 01.11.2009 bis 15.12.2009
Vom 1. November bis 15. Dezember residiert László Végel im LiteraturRaum im Bleibtreu Berlin. Végel, geboren 1941, lebt in Novi Sad. Als Angehöriger der ungarischen Minderheit in Serbien ist er wie Danilo Ki, Aleksandar Tima oder Ottó Tolnai einer der großen Autoren der Wojwodina. Seinen ersten Roman veröffentlichte Végel 1967: Die “Memoiren eines Zuhälters”, so Péter Esterházy, “waren ein Meilenstein für die moderne ungarische Literatur”. Seitdem erschienen mehrere Romane und mit den Preisen bedachte Essaybände sowie Theaterstücke. Voraussichtlich im Januar 2010 erscheint beim Suhrkamp Verlag “Novi Sad. Eine Stadt am Rande Europas”. Novi Sad an der Donau, Hauptstadt der serbischen Provinz Vojvodina, ist heute ein Menetekel der europäischen Politik. Wo wenn nicht hier, an der Grenze zwischen Mitteleuropa und dem Balkan, wo einst Deutsche, Ungarn, Juden, Serben, Rumänen, Slowaken und andere zusammenlebten, hätte die »glückliche Begegnung des vielfachen Anderseins« Wirklichkeit werden können? Und wo kann man die Verkehrung dieser Utopie in ethnischen Haß, Vertreibung und Mordaktion besser studieren als hier? László Végel erzählt am Beispiel seiner Famile von den Dramen, die sich in diesem europäischen Randgebiet abspielten. Als Angehöriger der ungarischen Mindeheit in Serbien ist er zum kritischen Intellektuellen prädestiniert. Seine Diagnose gilt auch für andere Nationalstaaten der postkommunistischen Ära: Unreife Staaten dulden keine ungewissen Identitäten.











