internationales literaturfestival berlin: Glückwunsch zum 10-Jährigen!

Das internationale literaturfestival berlin findet dieses Jahr vom 15. bis 26. September 2010 zum 10. Mal statt. Der Fokus liegt in diesem Jahr auf Osteuropa. Zur Jury der Sparte “Literaturen der Welt” gehört in diesem Jahr neben Jorge Semprún auch Robert Gray, der letztes Jahr der erste Autor im LiteraturRaum war.

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internationales literaturfestival berlin: Happy 10th Anniversary! (en)

The international literature festival berlin is going to take place from September 15 to 16, 2010. This year, it’s their 10th anniversary. The focus is on Eastern Europe. Robert Gray, who had opened the LiteraturRaum last year, is one of the jury members of “Literatures of the World”.

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Samuel Shimon: Am Walter Benjamin Platz

Dank zweier Überraschungen am Morgen des gestrigen 13. Februar 2010 verlebte ich einen wunderschönen Tag. Die erste war eine Grußkarte zum Valentinstag von Margaret aus London. Die zweite war, dass ich während eines mehrere Stunden dauernden Spazierganges durch die verschneiten Straßen Berlins zufällig den Walter-Benjamin-Platz entdeckte. Sofort mochte ich diesen Platz abseits des Kurfürstendammes. Wie angenagelt stand ich vor dem Schild, das den Namen dieses großen deutschen Philosophen und Kritikers trug, und wusste nicht: Fand ich den Platz wegen seiner Architektur so schön oder wegen meiner Bewunderung für Walter Benjamin, der trotz des harten, unsteten und kurzen Lebens, das er gelebt hat, der Menschheit unsterbliche literarische und philosophische Schätze hinterlassen hat?

Der Schnee, der auf Berlin herabrieselte und das Grau der eleganten Gebäude gaben dem Platz etwas Ehrwürdiges und Erhabenes, und es schien, als wäre diese Anlage selbst den Arbeiten und dem Leben jenes außergewöhnlichen Philosophen entstiegen.

An den Längsseiten des rechteckig angelegten Platzes in Charlottenburg erstrecken sich Arkaden mit gehobenen Restaurants, einem noblen Friseursalon und teuren Textilgeschäften. Schnell vermisst man als Besucher allerdings eine ebenso schöne und bedeutende Buchhandlung.

Mein Wissen über das Wirken Walter Benjamins beschränkt sich auf ein paar arabische Untersuchungen über ihn, aber ich kann mich gut daran erinnern, wie arabische Intellektuelle im Quartier Latin von Paris Mitte der achtziger Jahre auf Arabisch und auf Französisch über Benjamin debattierten. Stundenlang zogen sich solche Diskussionen hin, während derer ich von der Frankfurter Schule, Martin Heidegger, Theodor Adorno, Georg Lukács, Jürgen Habermas und anderen hörte. Oft wurde auch darüber diskutiert, wie man Walter Benjamin im Arabischen korrekt ausspreche müsse: Wie im Englischen, also „Walter Benyamin“ oder eher französisch akzentuiert: „Valter Benjama“? Die meisten Diskussionen kreisten aber um das bittere Leben, das der Philosoph führte und die dramatische Art, wie er diesem selbst ein Ende bereitete – sein Selbstmord an der französisch-spanischen Grenze.

Ich war sehr froh, über den Berliner Walter-Benjamin-Platz zu laufen, und ich fühlte auch etwas Stolz darüber, dass in den letzten fünf Jahren drei seiner Arbeiten ins Arabische übersetzt worden sind: „Ausgewählte Aufsätze“, die „Einbahnstraße“, beide von Ahmad Hassan übersetzt und in Jordanien verlegt, und „Das Paris des Second Empire bei Baudelaire“, erschienen beim Kairoer Merit-Verlag. Alle drei Bücher wurden bereits angemessen rezensiert, und sie haben es verdient. Sie werden das arabische Geistesleben mit Sicherheit bereichern.

Übersetzung aus dem Arabischen: Günther Orth

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LiteraturRaum: Lesung mit Samuel Shimon / Reading with Samuel Shimon

Im Rahmen des Kulturförderprojekts LiteraturRaum lebt und arbeitet der irakische Exilschriftsteller Samuel Shimon vom 29. Januar bis 27. Februar im Bleibtreu. Am 25. Februar kommen Literaturinteressierte in den Genuss einer exklusiven Lesung in Anwesenheit des Autors. Ab 19:00 Uhr führt der promovierte Arabist Doktor Günther Orth in das Werk Shimons ein und die Schauspielerin Stella Hilb liest Auszüge aus seinem Roman „Ein Iraker in Paris“ in deutscher Sprache.

Samuel Shimon wurde 1956 in der Stadt Al Habbaniya im Irak geboren. Seine Familie ist assyrischer Abstammung. 1979 verließ er den Irak, um seinen Traum vom Filmemacher in Hollywood zu verwirklichen. Statt nach Kalifornien führte ihn sein Weg nach Damaskus, Amman, Beirut, Nikosia, Kairo und Tunis. 1985 ließ er sich schließlich in Paris nieder, wo er den Kleinverlag Gilgamesh Editions gründete. 1996 zog Shimon nach London, wo er seitdem lebt. 1998 wurde er Mitbegründer des Literaturmagazins Banipal (www.banipal.co.uk), dessen stellvertretender Redakteur er zurzeit ist. Im Jahr 2000 gaben Margaret Obank (Mitbegründerin und Herausgeberin von Banipal) und Samuel Shimon den Gedichtband Crack in the Wall mit Texten von sechzig arabischen Dichtern heraus. 1987 und 1995 veröffentlichte der Autor zwei weitere Anthologien mit arabisch-sprachiger Lyrik. Sein autobiografischer Roman Ein Iraker in Paris erschien 2005 in arabischer Sprache im Al-Kamel Verlag und wurde in der arabischen Welt zum Bestseller. Ein Iraker in Paris liegt in englischen, französischen und schwedischen Ausgaben vor. Samuel Shimon ist außerdem Herausgeber einer der beliebtesten Webseiten arabischer Sprache: www.kikah.com. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung beschreibt Samuel Shimon als „Initiator“ und als „einen unermüdlichen Missionar in Sachen Literatur“.

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Der LiteraturRaum
    Im Rahmen des Projekts LiteraturRaum lädt das Hotel Bleibtreu Berlin in Zusammenarbeit mit dem internationalen literaturfestival berlin Schriftsteller in die Hauptstadt ein. Ein Jahr lang wird den Autoren aus aller Welt für jeweils vier bis sechs Wochen im Bleibtreu ein Zimmer zur Verfügung gestellt. Während dieser Zeit halten die Autoren Ihre Beobachtungen und Gedanken auf diesem Blog fest.
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