László Darvasi (Ungarn), März/April 2010

Aufenthalt: 23. März bis 20. April 2010

László Darvasi gilt “als der interessanteste Schriftsteller seiner Generation in Ungarn” (FAZ, 14.10.2006). Der ungarische Autor wurde 1962 in Törökszentmiklos in der Nähe von Budapest geboren. Nach Abschluss seines Studiums an der Pädagogischen Akademie in Szeged 1986 unterrichtete Davarsi bis 1989 im Grundschulbereich. Seine ersten Schritte als Autor unternahm er als Journalist bei einer Szegeder Tageszeitung. 1990 gründete er mit Kollegen die Literaturzeitschrift Pompeji, seit 1993 ist er Redakteur der anerkannten Budapester Literaturzeitschrift Élet és Irodalom (Leben und Literatur). Seine journalistischen Themen sind Fußball, Fernseh-Kritik und Feuilletons. 1991 kam Darvasis erster Gedichtband heraus, seither hat er in dichter Folge Erzählungen, Novellen, Comics und den Roman “Die Legende von den Tränengauklern” (1999, auf Deutsch 2001) veröffentlicht. Roman und Übersetzung wurden mit dem „Brücke Berlin“-Preis geehrt. 2006 erschienen im Suhrkamp Verlag gleich zwei seiner Bücher: ”Wenn ein Mittelstürmer träumt”, eine Sammlung von witzigen, verblüffenden, manchmal auch rätselhaften Texten über den Fußball, sowie die Novellensammlung ”Herr Stern”, über die die FAZ schreibt: “Die Novellen, die Darvasi in diesem Band versammelt, fragen fortwährend nach dem Ursprung des Bösen und kleiden die verschiedenen Antworten in rätselhafte Bilder, die einen lange beschäftigen” (14.10.2006).

Für sein literarisches Werk erhielt László Darvasi mehrere Auszeichnungen, u.a. ein Stipendium des Künstlerhauses Wiepersdorf, das Literaturstipendium der Stadt Graz, ein Stipendium des Berliner Künstlerprogramms des DAAD und den ungarischen Milán-Füst-Preis. Heute lebt Darvasi als freier Autor in Budapest.

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László Darvasi (Hungary), March/April 2010

Residency: March 23rd to April 20th, 2010

László Darvasi is said to be „the most interesting writer of his generation in Hungary” (FAZ, 14.10.2006). The Hungarian author was born in 1962 in Törökszentmiklos close to Budapest. After graduating from the Academy for Pedagocy in Szeged in 1986, Darvasi worked as an elementary school teacher until 1989. He took his first steps in writing as a journalist for a Szeged daily newspaper. 1990, he founded the literature magazine Pompeji together with colleagues. Since 1993 he has been working for the well known literature journal Élet és Irodalom (Live and Literature). As a journalist he writes about soccer, the media and for feuilletons. After publishing his first selection of poetry in 1991, Darvasi has published numerous short stories, novellas, comics and in 1999 the novel “A könnymutatványosok legendája“ (The Legend of The Tear-Grifters). The novel and its German translation received the “Brücke Berlin” award. In 2006, two books were published at the German Suhrkamp publishing house: ”Wenn ein Mittelstürmer träumt”, a collection of funny, surprising and sometimes enigmatic texts about soccer, and the collection of novellas “Herr Stern”.

For his literary works, László Darvasi received several awards, among them a scholarship of the Künstlerhaus Wiepersdorf, the literary scholarship of the city of Graz, a scholarship of the Berlin artists program of the DAAD and the Hungarian Milán Füst award.

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internationales literaturfestival berlin: Glückwunsch zum 10-Jährigen!

Das internationale literaturfestival berlin findet dieses Jahr vom 15. bis 26. September 2010 zum 10. Mal statt. Der Fokus liegt in diesem Jahr auf Osteuropa. Zur Jury der Sparte “Literaturen der Welt” gehört in diesem Jahr neben Jorge Semprún auch Robert Gray, der letztes Jahr der erste Autor im LiteraturRaum war.

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internationales literaturfestival berlin: Happy 10th Anniversary! (en)

The international literature festival berlin is going to take place from September 15 to 16, 2010. This year, it’s their 10th anniversary. The focus is on Eastern Europe. Robert Gray, who had opened the LiteraturRaum last year, is one of the jury members of “Literatures of the World”.

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Samuel Shimon: Am Walter Benjamin Platz

Dank zweier Überraschungen am Morgen des gestrigen 13. Februar 2010 verlebte ich einen wunderschönen Tag. Die erste war eine Grußkarte zum Valentinstag von Margaret aus London. Die zweite war, dass ich während eines mehrere Stunden dauernden Spazierganges durch die verschneiten Straßen Berlins zufällig den Walter-Benjamin-Platz entdeckte. Sofort mochte ich diesen Platz abseits des Kurfürstendammes. Wie angenagelt stand ich vor dem Schild, das den Namen dieses großen deutschen Philosophen und Kritikers trug, und wusste nicht: Fand ich den Platz wegen seiner Architektur so schön oder wegen meiner Bewunderung für Walter Benjamin, der trotz des harten, unsteten und kurzen Lebens, das er gelebt hat, der Menschheit unsterbliche literarische und philosophische Schätze hinterlassen hat?

Der Schnee, der auf Berlin herabrieselte und das Grau der eleganten Gebäude gaben dem Platz etwas Ehrwürdiges und Erhabenes, und es schien, als wäre diese Anlage selbst den Arbeiten und dem Leben jenes außergewöhnlichen Philosophen entstiegen.

An den Längsseiten des rechteckig angelegten Platzes in Charlottenburg erstrecken sich Arkaden mit gehobenen Restaurants, einem noblen Friseursalon und teuren Textilgeschäften. Schnell vermisst man als Besucher allerdings eine ebenso schöne und bedeutende Buchhandlung.

Mein Wissen über das Wirken Walter Benjamins beschränkt sich auf ein paar arabische Untersuchungen über ihn, aber ich kann mich gut daran erinnern, wie arabische Intellektuelle im Quartier Latin von Paris Mitte der achtziger Jahre auf Arabisch und auf Französisch über Benjamin debattierten. Stundenlang zogen sich solche Diskussionen hin, während derer ich von der Frankfurter Schule, Martin Heidegger, Theodor Adorno, Georg Lukács, Jürgen Habermas und anderen hörte. Oft wurde auch darüber diskutiert, wie man Walter Benjamin im Arabischen korrekt ausspreche müsse: Wie im Englischen, also „Walter Benyamin“ oder eher französisch akzentuiert: „Valter Benjama“? Die meisten Diskussionen kreisten aber um das bittere Leben, das der Philosoph führte und die dramatische Art, wie er diesem selbst ein Ende bereitete – sein Selbstmord an der französisch-spanischen Grenze.

Ich war sehr froh, über den Berliner Walter-Benjamin-Platz zu laufen, und ich fühlte auch etwas Stolz darüber, dass in den letzten fünf Jahren drei seiner Arbeiten ins Arabische übersetzt worden sind: „Ausgewählte Aufsätze“, die „Einbahnstraße“, beide von Ahmad Hassan übersetzt und in Jordanien verlegt, und „Das Paris des Second Empire bei Baudelaire“, erschienen beim Kairoer Merit-Verlag. Alle drei Bücher wurden bereits angemessen rezensiert, und sie haben es verdient. Sie werden das arabische Geistesleben mit Sicherheit bereichern.

Übersetzung aus dem Arabischen: Günther Orth

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Der LiteraturRaum
    Im Rahmen des Projekts LiteraturRaum lädt das Hotel Bleibtreu Berlin in Zusammenarbeit mit dem internationalen literaturfestival berlin Schriftsteller in die Hauptstadt ein. Ein Jahr lang wird den Autoren aus aller Welt für jeweils vier bis sechs Wochen im Bleibtreu ein Zimmer zur Verfügung gestellt. Während dieser Zeit halten die Autoren Ihre Beobachtungen und Gedanken auf diesem Blog fest.
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